Stadt Wertheim – Wertheimer Schulen sind digital gut aufgestellt: Bericht zum Stand der Ausstattung im Gemeinderat

Bayern24.info - News aus Wertheim -Wertheim (BW) – Die Digitalisierung der Schulen hat durch die Corona-Pandemie neuen Schub bekommen. Während der kompletten Schließung im Frühjahr wurde bereits teilweise auf digitalen Fernunterricht umgestellt. Seit Rückkehr zum Präsenzunterricht nach den Sommerferien mussten an verschiedenen Schulstandorten einzelne Schüler oder Klassen in Quarantäne gehen. Für solche Situationen sind die Schulen inzwischen gut gerüstet. Das machte ein Sachstandsbericht deutlich, den die Stadt Wertheim kürzlich dem Gemeinderat vorgelegt hat.

In Sachen Digitalisierung sind die Schulen in städtischer Trägerschaft insgesamt gut aufgestellt, lautete das Fazit des Berichts. Dazu haben auch verschiedene Förderprogramme von Bund und Land wie der „DigitalPakt Schule“ oder das zusätzlich aufgelegte Sofortausstattungsprogramm beigetragen. „Wir haben bereits gehandelt. Aber wir werden weiter investieren müssen, um das Thema Internetanbindung und Versorgung mit digitalen Medien zu stärken. Das ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen wollen – zum Wohl der Kinder in den Schulen“, sagte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez im Gemeinderat.

Die beste Geräteausstattung hat wenig Nutzen, wenn die Anbindung an das Internet fehlt oder nicht schnell genug ist. Auch deshalb wurde im Rahmen einer interkommunalen Kooperation die Breitbandversorgung im Main-Tauber-Kreis nahezu flächendeckend ausgebaut und liegt jetzt in Wertheim bei 99 Prozent. Seit Ende 2019 ist in den Gebäuden aller Wertheimer Schulen Glasfaserkabel verfügbar. Dessen Nutzung ist als erstes im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium vorgesehen. An der Comenius Realschule und an der Gemeinschaftsschule sind Internetanschlüsse über TV-Kabel mit Geschwindigkeiten von 600 Mbit/s vorhanden. In diesen beiden Einrichtungen wird die Glasfaser als „Investition in die Zukunft“ angesehen. Auch an den anderen Schulen, so der Bericht, „besteht aktuell kein Handlungsdruck“.

Aus dem „DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ der Bundesregierung entfallen auf die Stadt Wertheim insgesamt 1.035.900 Euro an Fördermitteln. Dabei hat die Kommune einen Eigenanteil von 20 Prozent zu leisten. Ein Großteil der daraus resultierenden Investitionen ist nach dem derzeitigen Stand für das Jahr 2021 vorgesehen. Ein Fokus soll dabei auf der Verkabelung der Grundschulgebäude liegen. Dazu erläuterte der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Günter Hartig: „Die ersten beiden Förderanträge sind schon eingereicht, und zwar für die Grundschulen Nassig und Reicholzheim. Zwei sehr komplexe Projekte: Um dort die Internettechnik einzubauen, muss erst die Stromversorgung aufgearbeitet werden.“ Außerdem soll an allen Schulen WLAN verfügbar sein.

Aus dem im Frühjahr aufgelegten Sofortausstattungsprogramm des Bundes flossen 231.166 Euro nach Wertheim. Die Landesregierung hat die Mittel aus Berlin aufgestockt und auf die zehnprozentige Kofinanzierung durch die Kommunen verzichtet. Von diesem Geld hat die Stadt insgesamt 278 mobile Endgeräte – 107 Notebooks und 171 Tablets – angeschafft und kurz vor Ende der Sommerferien an die Schulen ausgeliefert. Im Fall einer erneuten Schulschließung können diese Geräte Schülerinnen und Schülern leihweise für den Online-Unterricht zur Verfügung gestellt werden. „Alle Anforderungen der Schulen wurden erfüllt und wir haben sogar noch Mittel, um nachzusteuern“, betonte Günter Hartig.

Der Bericht der Verwaltung beinhaltete auch eine Übersicht über an Wertheimer Schulen verfügbare Online-Plattformen. Demnach nutzen etwa das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, die Comenius Realschule und die Gemeinschaftsschule die vom Land zur Verfügung gestellte Lernplattform „Moodle“. In diese wurde in der Zwischenzeit auch das Videokonferenzsystem „BigBlueButton“ integriert. Auf landeseigenen Servern wurde zudem das reine Meetingsystem „Jitsi Meet“ installiert. „Das Angebot an solchen Videokonferenz- und Lern-Plattformen ist unüberschaubar. Wir finden es daher gut, dass das Land mit Moodle und Jitsi zwei Systeme auf sicheren Plattformen zur Verfügung stellt“, freute sich Günter Hartig.

In der Zeit der Schulschließungen „zeigten viele Lehrerinnen und Lehrer großes Engagement und bemühten sich mit unterschiedlichen Videokonferenzsystemen, E-Mail, Telefon und Post, den Heimunterricht zu organisieren“, wird in der Verwaltungsvorlage ausdrücklich gelobt.

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Autor: Bayern24 / Franken-Tageblatt