Bayern / München – Melanie Huml: Gefahr durch Zikavirus nicht unterschätzen – Bayerns Gesundheitsministerin: In diesem Jahr bislang 15 Fälle einer Zikavirus-Infektion im Freistaat bestätigt

Bayern24 - Bayerische Staatsregierung - Aktuell -Bayern / München – Zikavirus: Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnt mit Blick auf die anstehenden Weihnachtsferien Fernreisende davor, die Gefahr durch das Zikavirus zu unterschätzen. Huml verwies am Sonntag darauf, dass in Bayern in diesem Jahr bislang 15 Fälle einer Zikavirus-Infektion bestätigt worden sind. Alle betroffenen Personen hatten sich in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten.

Huml betonte: „Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Zwar ist zum Beispiel in Mittel- und Südamerika insgesamt eine Abschwächung der Zikavirus-Epidemie zu beobachten. Es besteht aber nach wie vor die Gefahr, sich bei Reisen in Risikogebiete mit dem Zikavirus zu infizieren. Gerade Schwangere und Frauen, die schwanger werden wollen, sollten deshalb auf Empfehlung des Auswärtigen Amtes keine Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete unternehmen.“

Die Ministerin, die approbierte Ärztin ist, erläuterte: „Bei Schwangeren ist eine Infektion besonders gefährlich, weil sich das Virus auf das ungeborene Kind übertragen kann. Studien weisen darauf hin, dass eine Infektion mit dem Zikavirus in der Schwangerschaft beim Fötus zu Fehlbildungen des Gehirns führen kann. Außerdem werden weitere neurologische Auffälligkeiten und Fehlbildungen wie Plazentainsuffizienz bis hin zum Tod des Fötus mit der Infektion in Verbindung gebracht.“

In Bayern wurden bis zum 4. Dezember 2017 15 Zikavirus-Infektionen an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übermittelt. In erster Linie werden Zikaviren durch den Stich infizierter Mücken übertragen. Das sind zum Beispiel die in den Tropen und Teilen der Subtropen weit verbreiteten Gelbfiebermücken. Eine sexuelle Übertragung ist aber ebenfalls möglich.

Huml unterstrich: „Die meisten Erkrankten (73 Prozent) waren zuvor auf karibischen Inseln oder in Mittelamerika – zum Beispiel auf Kuba, Curaçao, Barbados oder in Mexiko. Bisher ist keine Übertragung innerhalb Bayerns bekannt – weder durch Mückenstiche noch durch sexuelle Kontakte. Urlauber sollten nach der Rückkehr aus Risikogebieten auf mögliche Symptome einer Zikavirus-Infektion achten. Dazu gehören Hautausschlag sowie Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Wer diese Symptome an sich bemerkt, sollte zum Arzt gehen.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Reisende in tropische Länder sollten sich über den aktuellen Stand der Zikavirus-Infektionen in der jeweiligen Region informieren und von einem Tropen- oder Reisemediziner beraten lassen. Bei unvermeidbaren Reisen in Risikoländer sollten konsequent Schutzmaßnamen zur Vermeidung von Mückenstichen getroffen werden.“

Die WHO empfiehlt Schwangeren, deren Partner aus einem Risikogebiet zurückkehrt, bis zum Ende der Schwangerschaft „Safer Sex“ zu praktizieren. Paare, die eine Schwangerschaft planen, sollten damit nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet sechs Monate warten. Unabhängig davon sollten alle Reisenden nach Rückkehr aus den Zikavirus-Ausbruchsgebieten ihre Sexualpartner für die Dauer von mindestens sechs Monaten durch Kondomgebrauch schützen.

Aktuelle Informationen finden sich auf den Internetseiten von WHO und ECDC:

http://www.who.int/csr/disease/zika/information-for-travelers/en/

https://ecdc.europa.eu/en/zika-virus-infection

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© Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

 

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