Regensburg – Vortragsreihe „Jüdische Geschichte und Kultur Regensburgs vom Mittelalter bis zur Moderne“ zum Jahresthema 2019

Doppelvortrag beschäftigt sich am 19. März mit dem mittelalterlichen Judenviertel in Regensburg.

Franken-Bayern-Info-Stadt-News-Regensburg-Regensburg – Vor 500 Jahren, am 21. Februar 1519, beschloss der Rat die Vertreibung der Juden aus der Reichsstadt Regensburg. Innerhalb weniger Tage musste die jüdische Bevölkerung ihre Heimat verlassen, anschließend wurde deren Viertel auf dem heutigen Neupfarrplatz dem Erdboden gleichgemacht. Das bedeutete das abrupte Ende einer Gemeinde, die im Mittelalter zu den größten und wichtigsten im gesamten Heiligen Römischen Reich gezählt hatte.

Dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte ist der historische Anlass für das kulturelle Jahresthema 2019 „Stadt und Gesellschaft“, das deshalb einen besonderen Fokus auf die jüdische Vergangenheit Regensburgs legt. Herzstück eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms ist die von Januar bis November stattfindende öffentliche Vortragsreihe „Jüdische Geschichte und Kultur Regensburgs vom Mittelalter bis zur Moderne“, die gemeinsam vom Kulturreferat (Kulturamt, Amt für Archiv und Denkmalpflege) und der Jüdischen Gemeinde organisiert wird. Die Vorträge spannen einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, in der mit der Eröffnung der neuen Synagoge am Brixener Hof auch ein neues Kapitel jüdischen Lebens in Regensburg aufgeschlagen wird. Sowohl ausgewiesene lokale Experten wie auch renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – national und international – werden dabei neue Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der wechselvollen jüdischen Stadtgeschichte präsentieren.

Das mittelalterliche Judenviertel in Regensburg
Am Dienstag, 19. März 2019, um 19 Uhr wird im Rahmen dieser Reihe ein Doppelvortrag von Prof. Dr. Bernd Päffgen und Peter Müller-Reinholz M.A. (beide Ludwig-Maximilians-Universität München) geboten, bei dem das mittelalterliche Judenviertel in Regensburg im Mittelpunkt steht. Der Vortragsabend findet im Großen Runtingersaal (Keplerstraße 1) statt, der Eintritt ist frei.

An der Ludwig-Maximilians-Universität München hat ein Projekt zur Aufarbeitung der archäologischen Grabungen am Neupfarrplatz begonnen, die von 1995 bis 1998 stattfanden, aber bislang noch nicht ausgewertet sind. Kooperationspartner sind die Stadt Regensburg und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat nun Mittel für das Projekt bereitgestellt.

Einleitend berichtet Prof. Dr. Bernd Päffgen in seinem Vortrag „Die Ausgrabungen am Neupfarrplatz und das mittelalterliche jüdische Quartier in Regensburg“ über das Aufarbeitungskonzept und die Grabungen im Bereich der Synagoge. Der Titel des anschließenden Vortrags von Peter Müller-Reinholz M.A. lautet „Die 1519 abgebrochene Hausbebauung im jüdischen Quartier in Regensburg“. Diese Hausbebauung ist Thema seiner in Arbeit befindlichen Dissertation.

Die nächsten Vorträge der Reihe
Nach einem letzten Vortrag im März wird die Vortragsreihe im April mit zwei weiteren Vorträgen fortgesetzt.

Am 28. März referiert Prof. Dr. Wolfgang Benz (Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin) über die historischen Wurzeln und die aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus.

In einem weiteren Doppelvortrag, diesmal von Dr. Cornelia Berger-Dittscheid (Kunsthistorikerin) und Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid (Kunsthistoriker, Universität Regensburg), geht es am 4. April um die Regensburger Synagogen der Neuzeit. Erst kürzlich gefundene Pläne für die Synagogen in der Unteren Bachgasse (1841) und Am Brixener Hof (1912) werfen ein neues Licht auf ihre Bau- und Planungsgeschichte. Am 29. April legt Prof. Dr. Michael Brenner (Ludwig-Maximilians-Universität München, Direktor des Center for Israel Studies an der American University Washington) den Fokus seines Vortrages auf Münchens jüdische Gemeinde in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und die damaligen antijüdischen Tendenzen in Politik, Presse und Kirche.

Weitere Informationen
Weitere Informationen zur Vortragsreihe und zum Jahresthema 2019 gibt es unter www.regensburg.de/kultur

Zum Schwerpunkt „Jüdisches Regensburg“ im Rahmen des Jahresthemas 2019 ist eine gleichnamige Broschüre erschienen, die neben der kompletten Vortragsreihe auch weitere Termine wie Konzerte, Ausstellungen und Führungen enthält. Die kostenlose Broschüre ist ab sofort an zahlreichen zentralen Auslagestellen in der Stadt erhältlich und auch online unter www.regensburg.de/kultur nachzulesen und herunterzuladen.

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Stadt Regensburg

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Autor: Bayern24 / Franken-Tageblatt